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Entspannte Lage in der Flüchtlingsunterkunft

30.06.17 - Soester Anzeiger © Peter Dahm

 

Die Lage in der ZUE in Echtrop ist nach Ansicht der zuständigen Behörden aktuell entspannt.

Echtrop - Keine besonderen Vorfälle: So lässt sich den offiziellen Vertretern von Polizei und Bezirksregierung zufolge die Lage in und um die ZUE in Echtrop beschreiben. Derzeit sind in der Zentralen Unterbringungseinrichtung rund 480 Personen untergebracht, die Zahl der Dublin III-Flüchtlinge liege aktuell noch bei gut 200 Personen, sie werde aber kontinuierlich weiter herunter gehen.

Die ZUE bei Echtrop wurde vorübergehend mit Dublin III-Flüchtlingen belegt, weil die eigentlich vorgesehenen Einrichtungen in Bottrop, Ratingen und Sankt Augustin anfangs nicht alle zur Verfügung standen. Da diese Flüchtlinge im Rahmen eines Pilotprojekts des Landes NRW möglichst schnell in jenes EU-Land zurückgeführt werden sollen, das für ihren Asylantrag zuständig ist, war die Befürchtung laut geworden, dass diese Personen mit Frust und Ärger reagieren könnten.

Das Pilotprojekt ist allerdings seit Ende Mai beendet, so dass die entsprechenden Fälle nun von den Kommunen nur noch abgewickelt werden müssten, erklärte Matthias Wagener von der Bezirksregierung. Probleme wegen der Dublin III-Vorgänge gab es Wagener zufolge in Echtrop nicht: „Es ist in der Einrichtung unterdurchschnittlich ruhig, wir können hier keine besonderen Situationen feststellen.“

Dass es rund um die ZUE insgesamt eher ruhig ist, erklärte auch ein Vertreter der Polizei. Vom 1. Dezember bis 30. Mai, dem Zeitraum, in dem Dublin III-Flüchtlinge nach Echtrop geschickt wurden, habe es sechs Vorfälle gegeben, davon vier mal Ruhestörung.

Dies sei aber zumeist darauf zurückzuführen, dass Flüchtlinge auf der Suche nach einer Internetverbindung zur nahe gelegenen Anhöhe marschieren. Den Dublin III-Flüchtlingen sei durchaus klar, dass sie nicht bleiben können, sie hätten deshalb wenig Motivation zur Integration oder zur Beachtung von Regeln. Durch die Rückführungen werde sich dies bis November erledigt haben, so die Polizei.

ZUE-Leiter David Strube von den Maltesern bekräftigte wiederum, es sei zwischen den Dublin III-Flüchtlingen und den anderen Asylbewerbern kein Unterschied festzustellen. Normen und Verhaltensregeln würden im Rahmen des Deutschunterrichts vermittelt, überdies gebe es Hinweisschilder in allen denkbaren Sprachen.

Uwe Beißner vom Runden Tisch Möhnesee, der sich intensiv um die Flüchtlinge kümmert, erklärte, die Berichte deckten sich mit dem, was die Helfer des Runden Tisches vor Ort erleben. Von Dublin III-Flüchtlingen würden die Helfer des Runden Tisches wohl vermehrt gebeten Anwälte zu besorgen. Es gebe aber keinen Grund diese Gruppe innerhalb der Flüchtlinge als gefährlich anzusehen.