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Ausbau der Zentralen Unterbringung in vollem Gange

25.09.15 - Soester Anzeiger © Dahm

 

 In einer großen Halle wurden nach den Vorgaben der Malteser, die den Betrieb der ZUE übernehmen, 300 Notplätze eingerichtet. Eine Besonderheit ist die Aufteilung in Nischen für jeweils vier bis acht Menschen, um ihnen eine gewisse Privatsphäre zu bieten.

Echtrop - Gearbeitet wird an allen Ecken und Enden, doch Eigentümer Dr. Franz Alfert ist überzeugt, dass die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) am 1. Oktober an den Start gehen kann. Derzeit wird ein großes Zelt aufgebaut, das Platz für die Küche und Essplätze für 500 Personen bieten soll.

Das zentrale Versorgungszelt, das im Auftrag der Bezirksregierung errichtet wird, soll bis März in Betrieb bleiben. Bis dahin, so Alfert, werde dann der Küchen- und Speisesaalbereich der früheren Kaserne fertig sein.

Den inzwischen durch einen Zaun eingefriedeten Bereich der Kaserne hat die Bezirksregierung auf 20 Jahre von Alfert gepachtet. Er selbst, so der Eigentümer, investiere rund sechs Millionen Euro, um die zwölf Unterkunftsgebäude und weitere Gebäude, so eine Halle für 300 Notplätze oder eine Waschküche mit je vier Industriewaschmaschinen und -trocknern, herzurichten. Vor allem für den Bau der Inneneinrichtung arbeiten bis zu 70 Handwerker am Tag mit Hochdruck.

Neben 700 regulären soll die ZUE 300 Notplätze aufweisen. Die Einrichtung der hierfür vorgesehenen Halle läuft ebenfalls mit großem Einsatz. Hier haben die Malteser die Regie übernommen und eine nischenartige Aufteilung geplant, die den Flüchtlingen wenigstens ein wenig Privatsphäre bieten soll. Für diesen Ausbau setzen die Malteser auch Flüchtlinge aus der ZUE Hemer ein, die dafür eine Sondererlaubnis bekommen haben. Wichtige Unterstützung leisten insbesondere aber auch der Runde Tisch Asyl der Gemeinde Möhnesee und etliche Asylbewerber aus Möhnesee.

Thema war die ZUE in Echtrop auch in der Ratssitzung am Donnerstagabend. Hier berichtete Bauamtsleiter Burkhard Schulte, dass die Bezirksregierung den Bereich der ZUE in Anspruch genommen habe, die Verantwortung dafür liege mithin bei Arnsberg und beim Eigentümer. Zudem habe die Bezirksregierung Alfert aufgetragen, das Thema Baugenehmigung und Änderung des Bebauungsplans zu erledigen.

Zum Stand in diesem Punkt gibt es unterschiedliche Aussagen. Schulte erklärte, dass unter anderem das Abwasserbeseitigungskonzept noch ausstehe, gleiches gelte womöglich auch für das Artenschutgutachten, da das vorliegende bereits viereinhalb Jahre alt ist. Und auch bezüglich der Halle mit den 300 Notplätzen stehe das Brandschutzgutachten noch aus, die ZUE werde daher zunächst wohl ohne die Notplätze an den Start gehen.

Alfert erklärte dagegen im Gespräch mit dem Anzeiger, der Bauantrag sei so gut wie fertig. Beim Abwasserbeseitigungskonzept sei lediglich die Verrieselung des Niederschlagswassers fraglich gewesen, die ihm mit Blick auf 100 000 Quadratmeter versiegelte Fläche wichtig sei. Durch die vorhandenen Teiche auf dem Gelände könne die Verrieselung des Niederschlagswassers aber sicher gestellt werden. Auch die anderen Fragen sollen Alfert zufolge in Kürze geklärt sein. Er rechne damit, so der Eigentümer des Areals, dass die ZUE Ende Oktober inklusive der Notplätze voll belegt sein wird.