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Spenden für Flüchtlinge: Container ruckzuck voll

13.09.15 12:12 - Soester Anzeiger © Brüggestraße

 

Der Container für die Sammlung war ruckzuck voll, weitere Fahrzeuge mussten per Aufruf durchs Radio angefordert werden.

Echtrop - Der Aufruf des Runden Tisches Möhnesee um Spenden für die Asylberwerber fand riesigen Anklang, in kürzester Zeit war der Container vor der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Echtrop am Samstagmorgen voll. Per Aufruf im Radio wurde um die Bereitstellug weiterer Fahrzeuge gebeten. Und auch diese Bitte fand unglaublich schnell Gehör.

Großes Gewusel am Samstagmorgen vor dem Eingang zur Kaserne, in der schon bald bis zu 1 000 Flüchtlinge unterkommen sollen: Weil die meist nur mit einer Plastiktüte und dem Allernötigsten ankommen, hatte der „Runde Tisch Möhnesee“ zu Spenden aufgerufen: „Wer gibt Koffer, Taschen, Kleidung, Kuscheltiere und Spielzeug ab, damit den Menschen geholfen werden kann, die jetzt ohne Habe zu uns kommen?“

Der Runde Tisch koordiniert die Hilfe vor Ort, von Kirchen, Parteien, Vereinen, der Kaufmannschaft, den Schulen, Behörden und Wohlfahrtsverbänden. Mit dabei sind auch interessierte Bürger, Flüchtlinge und Einwanderer.

Viele weitere Fahrzeuge rollten nach Aufruf an

Ab 10 Uhr am Samstag sollten die ersten Spenden angenommen werden. „Um 9 Uhr standen die ersten Leute schon Schlange, der Riesenandrang hat uns völlig überrascht“, berichteten Harald Beckers, Chef der SPD vor Ort, und Bernhard Koch, einer der vielen Helfer vom Arbeitskreis Asyl: „Wahnsinn: Unser 20-Fuß-Container war ruckzuck voll, und laufend fuhren neue Autos vor.“

Wohin mit dem ständig wachsenden Berg an Kisten, Koffern und prallvollen Plastiksäcken? – Draußen liegen bleiben konnte das ja nicht.

Das Hellweg-Radio brachte die Meldung immer wieder: „Die Helfer in Echtrop brauchen Hilfe. Wer hat Laster oder Anhänger für den Abtransport und Zeit, mal eben zur Kaserne zu fahren?“ Der Hilferuf kam an: Die Feuerwehr aus Körbecke schickte einen Lkw, Privatfahrzeuge mit Anhänger und auch Firmenbullis rauschten an – nach und nach konnte alles verladen werden.

„Die Sachen werden in einer Halle auf dem Kasernengelände zwischengelagert, von den Maltesern abgeholt, zentral sortiert, gewaschen und gereinigt, und dann kommt das alles wieder zurück“, erläuterte Harald Beckers. „Einfach nur der helle Wahnsinn – Danke an alle Spender“, so reagierten die Helfer des Runden Tisches auf die große Welle der Hilfsbereitschaft beim jetzt ersten Abgabetermin. Und sie hoffen, dass die Hilfsbereitschaft so hoch bleibt: Die Sammelaktion, das unterstrich nicht nur Harald Beckers, sie sei ab jetzt ein fester Termin vor dem Kasernentor, und das wohl für eine lange Zeit.

Immer samstags zwischen 10 und 12 Uhr nehmen die Aktiven an, was Hilfsbereite für die Flüchtlinge abgeben möchten. Besonders gebraucht werden auch Brustbeutel und Umhängetaschen aus Stoff oder Leder oder Kunstleder – für wichtige Papiere, für Geld und Dokumente. Nachschub für alle Sachen wird immer wieder gebraucht, denn die Kaserne ist nur eine Durchgangsstation für alle Asylsuchenden. Woche für Woche kommen neue Flüchtlinge an.

Wer Sachen abgeben möchte, aber nicht mehr selber fahren kann, kann auch direkt bei Harald Beckers anrufen und einen Abholtermin vereinbaren. Beckers: „Ich stelle dann eine Tour zusammen, und wir kommen vorbei.“

Die Aktiven des Runden Tisches schreiben auf ihrer Internetseite: „Einfach nur der helle Wahnsinn – Danke an alle Spender.“